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Einfacher Kon-Tiki

Das Ziel des heutigen Versuchs ist es, mit einfachsten Mitteln einen Kon-Tiki nach dem Vorbild des Ithaka Institutes zur Herstellung von Pflanzenkohle zu bauen und zu testen.
Mit dem Kon-Tiki soll möglichst rauchfrei aus Pflanzenabfällen Kohle hergestellt werden können, wenn möglich auch aus grünem Strauchschnitt.

Als Baumaterial dient ein 200 Liter Fass, 3 50x100cm Alubleche, ein 2m langes 4x4cm Vierkant-Stahlprofil aus dem Baumarkt, sowie ein 1m langes Wasserrohr mit Anschluss an einen Gartenschlauch.

Das Fass wird mit einer Trennscheibe (Flex) halbiert und das Blech mit einer halbrunden Feile entgratet, um sich später nicht daran zu verletzen. Allfällige Kunststoffteile, z.B. die Dichtung, müssen entfernt werden, am besten wird auch die Farbe entfernt. Nun werden in die 3 Alubleche Löcher gebohrt, so dass sie zu einem Windschutz zusammengeschraubt werden können. Der Abstand des Windschutzes vom Fass soll für den ersten Versuch 10cm betragen. Das Vierkantprofil wird halbiert, es dient als Auflage für das Fass und den Windschutz, damit Luft durchströmen kann.

So sieht die fertige Konstruktion aus. Am Boden sind die Vierkantprofile zu sehen, die mit Pflastersteinen nivelliert werden können, so dass der Kon-Tiki auch auf schrägem Untergrund gerade steht. Der Windschutz wird einfach über das Fass gestülpt. Seine Höhe kann mit Dachlatten variiert werden, so dass er 10cm über das Fass herausragt. Im Vordergrund ist das Wasserrohr für das Löschen am Schluss sichtbar.

Als Brennmaterial dienen alte Dachlatten und Buchenholzscheite. Da der Brennraum des Kon-Tikis nur 60cm Durchmesser hat, sollten die Holzstücke nicht länger als 30cm sein, um sie gleichmässig verteilen zu können. Hier ist der Kon-Tiki zu sehen, nachdem er schon ca. 3 Stunden gebrannt hat und schon ein heisses Glutbett hat.

Wenn im Kon-Tiki trockenes Holz verbrannt wird, ist er absolut rauchfrei. Bei ausreichender Hitze kann auch grünes Holz, z.B. frischer Strauchschnitt, verbrannt werden. Es muss aber immer auf genügend Hitze geachtet werden, sonst beginnt es stark zu rauchen. Ausserdem dauert es viel länger, um so Kohle herzustellen.

Der Kon-Tiki im Vollbrand: heiss und rauchfrei.

http://www.islers.ch/media/20200516_1.mp4

Zum Ablöschen am Schluss wird das Wasserrohr bis zum Boden des Fasses gesteckt und die heisse Kohle geflutet. Der dabei entstehende Dampf steigt durch die darüber liegende, noch glühende Kohle auf.

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Das Löschwasser tropft langsam heraus, da der Spannring nicht ganz dicht ist.
http://www.islers.ch/media/20200516_3.mp4

Die Menge der gewonnenen Kohle nach einem Nachmittag feuern beträgt ungefähr 100 Liter.

Um die Kohle im Garten brauchen zu können, sollte sie aber noch zerkleinert werden, z.B. mit einer Obstmühle.

Fazit: Der Kon-Tiki funktioniert gut und ist mit seiner Grösse für einen Hobbygarten geeignet. Nach Gebrauch kann er leicht auseinander genommen und an einem kleinen Platz (60x60x100cm) aufbewahrt werden.

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